Erasmus+ Hospitationen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung
Job-Shadowing ermöglicht Lehrkräften praxisnahe Einblicke in ganzheitlich verankerte BNE-Praktiken, stärkt durch internationale Programme wie Erasmus+ die institutionelle Kapazität und fördert so die systematische Integration von Nachhaltigkeit in Berufsbildung und Schulentwicklung.
Beteiligte:
Schulen und Lehrkräfte im Ausland
Lehrkräfte allgemein
Erasmus+ Förderprogramm
Beschreibung der Aktivität
Die Teilnahme an einem Job-Shadowing ist eine wertvolle Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung – insbesondere im Rahmen des Whole Institution Approach (WIA) für Nachhaltigkeit in der Berufsbildung. Dieser Ansatz zielt auf systemische Veränderungen ab, indem Nachhaltigkeit nicht nur in Lehrpläne, sondern auch in Führung, Schulpraktiken und die Einbindung der Gemeinschaft integriert wird. Durch das Beobachten und den Austausch mit Institutionen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bereits ganzheitlich verankert haben, erhalten Lehrkräfte praxisnahe Einblicke, die sie in ihre eigene Unterrichts- und Schulentwicklung einbringen können.
Ein anschauliches Beispiel liefert das BSZ Chemnitz in Deutschland: Eine Lehrkraft, die für die Ausbildung von Erzieher:innen verantwortlich ist, nahm an einem Job-Shadowing in Tampere, Finnland, teil. Während des Besuchs erkundete sie, wie finnische Berufsbildungseinrichtungen und frühkindliche Bildungsinstitutionen wie die Korento Nature School BNE in den Alltag einbinden. Diese Einrichtungen setzen Nachhaltigkeit beispielhaft um – durch Lernen im Freien, naturbasierte Pädagogik und starke Verknüpfungen zwischen ökologischen Werten und frühkindlicher Bildung. Die Erfahrungen lieferten konkrete Beispiele, wie Nachhaltigkeit nahtlos in Lehrkräfteausbildung und frühkindliche Bildung integriert werden kann.
Solche Erfahrungen werden durch geförderte Programme wie Erasmus+ ermöglicht und leichter zugänglich. Indem Reise-, Unterkunfts- und Logistikkosten übernommen werden, senkt Erasmus+ die Hürden für Lehrkräfte und Einrichtungen, an internationalen Austauschprogrammen teilzunehmen. Über die finanzielle Unterstützung hinaus fördert das Programm langfristige Partnerschaften, unterstützt Innovationen und erleichtert den Austausch bewährter Praktiken über Ländergrenzen hinweg. Im Kontext des WIA stärkt Erasmus+ die institutionelle Kapazität und beschleunigt die Integration von BNE, indem Lehrkräfte erfolgreiche Modelle vor Ort erleben und ihr Wissen in ihre eigenen Bildungsnetzwerke zurückbringen können.
BNE-Kompetenzen stärken: Lehrkräfte erweitern ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Einstellungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, indem sie von führenden Einrichtungen lernen und diese beobachten.
Peer-to-Peer-Lernen fördern: Gelegenheiten für den gegenseitigen Austausch von Ideen, Erfahrungen und Best Practices zwischen besuchenden und aufnehmenden Lehrkräften schaffen. Dies stärkt den professionellen Dialog und die reflektierte Praxis.
Institutionelles Lernen unterstützen: Innovative, schulweit angelegte Nachhaltigkeitspraktiken von der aufnehmenden Institution in die eigene Schule übertragen und so systemische Veränderungen ermöglichen.
Kapazitäten für Internationalisierung aufbauen: Die internationale Dimension der Bildungseinrichtung stärken, globale Netzwerke nutzen, interkulturelle Kompetenzen entwickeln und strategische Kooperationen im Bereich nachhaltigkeitsorientierter Bildung fördern.
Tipps für die Umsetzung
Nachhaltigkeit in Mobilitätsaktivitäten einbeziehen: Achten Sie bei Praktikums- oder Austauschplätzen aktiv auf aufnehmende Einrichtungen, denen Nachhaltigkeit wichtig ist.
Grünes Reisen fördern: Nutzen Sie low-emission Verkehrsmittel wie Zug oder Bus. Programme wie Erasmus+ unterstützen nachhaltige Reisemöglichkeiten, z. B. durch höhere Reisekostenzuschüsse oder zusätzliche Förderungen für grüne Reisetage.
Erfahrungen teilen und umsetzen: Nach der Rückkehr sollten Lernende ihre Eindrücke und Erfahrungen mit Mitlernenden teilen. Nutzen Sie außerdem die Gelegenheit, nachhaltige Praktiken aus dem Ausland in den eigenen Alltag oder die Schule zu übernehmen, um den Lernerfolg direkt und dauerhaft wirksam zu machen.